Als mehrjähriges, bisher komplett passives Mitglied des Vereins Der helfende Stein war ich bereits mehrmals als Besucher auf der Klemmbausteintour – der wiederkehrenden Ausstellung, bei der Vereinsmitglieder ihre Sets, MOCs (My Own Creations) und alles rund um Klemmbausteine zeigen. Da einer der Vereinsfotografen diesmal nicht dabei sein konnte, durfte ich einspringen – und so habe ich die Ausstellung das erste Mal hautnah und aus einem ganz neuen Blickwinkel erlebt.
Mein persönliches Highlight an dem Wochenende waren ganz klar die Leute. Die engagierten Mitglieder des Vereins Der helfende Stein haben mit unglaublicher Freude und Einsatzbereitschaft bereits lange vor der eigentlich Ausstellung in einem Discord (kannte ich nicht, sowas wie ein Forum nur in kompliziert) organisiert, geplant und sich abgestimmt. Und am Freitag vor der Ausstellung ging es dann richtig los: Aufbau bis spät in die Nacht, jedes Kabel verlegt, jede Baseplate ausgerichtet, jeder Tisch dekoriert.
Zugegeben, als jemand, der selbst schon das ein oder andere Projekt umgesetzt hat, hab ich mir manchmal gedacht: „A bissl mehr Planung warad ned schlecht.“ Aber ehrlich? Vor Ort war alles top organisiert. Flohmarkt, Kantine, Check-In der Besucher – alles lief wie geschmiert, trotz teilweiser Schlange die ganze Treppe hoch zum Eingang. Das lag vor allem am unglaublichen Teamgeist. Jeder hat mitangepackt und keine wirkte dabei so richtig gestresst oder wichtigtuerisch.

Technikliebe: Die Monorail

Faszinierende Technik in Bewegung: Mein persönliches Bautechnik-Highlight war die LEGO Monorail. Was für ein geniales Ding! Aussteller Paul erklärte jedem gerne bereitwillig, wie die automatische Weichenstellung funktioniert – ein Entgleisen war unmöglich. Und ich dachte an all die Male zurück, wo meine Züge zu schnell in die Kurven sind oder an lose Schienen gescheitert sind.
Die Monorail schlängelte sich durch eine futuristische Space-Landschaft mit Raumstationen und Lunarfahrzeugen und zog Jung und Alt in ihren Bann. Ewig schade, dass sie nicht mehr produziert wird.
Aber natürlich gab’s noch viele andere Highlights: ein Technik-Schilift, beleuchtete Automodelle, ein kompletter Jurassic-Park mit ausbüxenden Dinos und unzählige kleine Details, wie Film-MOCs, Videospiel-MOCs, Flugzeugmodelle und vieles mehr.
Stimmung wie sie sein soll
Die Besucherzahl hat alle Erwartungen gesprengt – über 1.000 Menschen kamen an den beiden Tagen nach Ernstbrunn, doppelt so viele wie im Jahr davor. Und trotzdem: Kein Stress, keine schlechte Stimmung, kein Gedränge. Alle waren gut gelaunt, haben sich gegenseitig Platz gemacht, den Kindern die besten Sichtplätze überlassen, gelacht, geredet, gestaunt.
Man hat einfach gespürt: Klemmbausteine verbinden. Keine Spur von Proletenverhalten oder Pöbelei. Stattdessen Respekt, Austausch, Gemeinschaft – so wie man es sich bei jeder Veranstaltung wünscht, aber nur selten erlebt.
LEGO Masters als Gäste
Ein kleines Extra: Unter den Besuchern waren auch vier Kandidaten der TV-Show LEGO Masters, darunter Vereinsobmann Josef „Peppionkel“ Reckendorfer. Viele nutzten die Gelegenheit für Selfies oder Gespräche.
Am Sonntag war meine Tochter mit der Kamera dabei – und als wir nach dem gemeinsamen Aufräumen der Bauecke heimfuhren, waren wir beide voll mit Ideen. Wir haben noch im Auto darüber diskutiert, was wir beim nächsten Mal bauen wollen. Vielleicht eine Formel-1-Strecke, mit kleinen Autos, Boxengasse, Tribünen – und natürlich mit Niki Lauda, Ayrton Senna und Lewis Hamilton. Oder ein Stadtabschnitt mit Straßenbahn. Oder doch lieber eine Unterwasserwelt?
Was auch immer es wird: Beim nächsten Mal nehme ich mir vor nicht nur Fotograf zu sein, sondern selbst was auszustellen. Hier durfte ich neben den Fotos zumindest mal den offiziellen Pressetext beitragen.