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Klemmbaustein-Tour 2025 in Wöllersdorf

Als bekennender Klemmbaustein-Fan durfte ich die Klemmbaustein-Tour 2025 des Vereins Der helfende Stein diesmal nicht nur als Besucher, sondern auch als Aussteller erleben. Zusammen mit meiner Tochter Anna haben wir als Teil einer beleuchteten Stadt mit Modulars einen Teil einer Stadtrennstrecke mit Boxengasse aus Klemmbausteinen gebaut und zwei Tage lang im Festsaal Wöllersdorf präsentiert. In diesem Beitrag möchte ich erzählen, wie es uns dabei ergangen ist, was wir erlebt haben und wie sich die Tour aus meiner Sicht entwickelt hat.

Anreise und Aufbau

Am Freitag, 17. Oktober holte ich meine Tochter Anna von der Schule ab und wir fuhren nach Wöllersdorf. Zuerst mussten wir noch den Schlüssel für unser Hotel „WinBudget“ in Wiener Neustadt besorgen – viel mehr als ein Schlafplatz war dieses sehr einfache Quartier nicht. Nachdem wir das LEGO-Material ausgeladen hatten, legten wir los: Die Rennstrecke, die wir teilweise daheim und im Vereinsheim vom Verein Der helfende Stein probemäßig aufgebaut hatten, musste wieder zusammengesetzt und in die Stadt integriert werden, die unsere Vereinskollegen gebaut hatten.

Eigentlich war ursprünglich mal eine kunterbunte Kombination aus pinkem „Barbie“ und schwarzem „Batman“ geplant, zu der wir dazukommen durften. Irgendwann fiel dann die Barbie-vs.-Batman-Idee aber weg und es blieb eine Art „Mini-Monaco“ mit beleuchteten Häusern, Strand und Formel-1-Strecke übrig, für deren Rennteil wir verantwortlich waren. Anna hat dann noch zwei Tribünen aufgebaut – mit der Idee, dass wir diese leer lassen und die Zuschauer Minifiguren zusammenbauen und sich quasi so auf der Strecke platzieren können. Der Aufbau verlief aufgrund einer sehr modularen Bauweise relativ problemlos.

Tag 1: Weniger Besucher als erwartet, aber gute Stimmung

Der Samstag startete mit einem leichten Dämpfer für mich: Es waren deutlich weniger Besucher als im April in Ernstbrunn. Trotzdem waren wir zufrieden – die wenigen Gäste blieben länger, und Anna fand mit Lena, der Tochter des LEGO-Masters-Gewinners Phil, sofort eine Freundin. Für mich hieß das: Das Vater-Tochter-Wochenende fand nicht wirklich statt – Anna war die meiste Zeit unterwegs und hatte ihren Spaß.

Ein kleines Thema war, dass viele Kinder unsere MOC-Autos nicht nur anschauen wollten, sondern damit spielten. Wir hatten einige Autos der aktuellen Formel-1-City-Serie mit am Start, da hab ich auch kein Problem damit, wenn diese bespielt werden. Bei den MOCs von Ayrton Sennas MP 4/4 dann eher schon. Für den zweiten Tag mussten wir uns da also was überlegen.

Der erste Tag bot trotz geringerer Besucherzahlen viele Highlights. Im Saal waren neben unserer Rennstadt zahlreiche andere Welten zu sehen: eine leuchtende Cyberpunk-Stadt, eine große City-Anlage, eine Dino-Suchstation, die traditionelle Monorail-Strecke sowie verschiedene modulare Gebäude. Auf dem Flohmarkt konnte man Sets diverser Hersteller durchstöbern, und beim Händler Vineyard Bricks gab es Original-LEGO-Sets und Minifiguren. Für Kinder stand ein eigener Baubereich zur Verfügung, und das Buffet sorgte für die nötige Stärkung. Und die LEGO-Masters-Teilnehmer Josef „Peppionkel“ Reckendorfer, Philipp Sperl und Doris „Reezie“ standen geduldig für Fotos und Gespräche zur Verfügung.

Tag 2: Ein ruhiger Sonntag und ein schneller Abbau

Der Sonntag setzte den Trend fort: In Summe sollten es etwa 400 Besucher an beiden Tagen werden, deutlich weniger als die gut 1.000 in Ernstbrunn. Positiv war, dass die wenigen Gäste sich viel Zeit nahmen und manche den halben Tag blieben. Verena brachte unseren Sohn Johannes vorbei, sodass beide Kinder bei mir waren; deshalb machte ich weniger Fotos und musste Johannes bei Laune halten. Anna nutzte die Zeit, um mit Lena zu spielen und vor der Ausstellung noch Mathe zu üben – dank der Unterstützung durch meine Vereinskollegin Sandra, die das Lernen mit ihrer Enkelin schon gewohnt war.

Da viele Kinder am Vortag unsere filigranen Autos angefasst hatten, stellten wir die MOCs am Sonntag in die Boxengasse, damit sie vor kleinen Händen geschützt waren. Diese Maßnahme funktionierte gut. Was leider nicht so gut funktionierte, war die Sache mit den Minifiguren auf den Tribünen. Das musste erklärt werden, und leider standen die chinesischen Minifiguren auch die meiste Zeit, da die Noppen nicht sehr passgenau waren und sie sich nicht hinsetzen ließen. So richtig toll hat das alles leider nicht funktioniert – zumindest nicht so, wie es in meinem Kopf für Begeisterung hätte sorgen sollen.

Der Abbau verlief am Ende rekordverdächtig schnell: Zwei Stunden nach dem offiziellen Ende waren wir schon auf dem Heimweg. Auch der Flohmarkt enttäuschte ein wenig – viele der Sets, die ich verkaufen wollte, mussten wieder mit nach Hause.

Mein Fazit

Die Klemmbaustein-Tour in Wöllersdorf war für uns ein intensives Erlebnis. Als Aussteller habe ich viel Zeit, Material und Herzblut investiert. Der Aufwand – viele Platten, Berge an Steinen und das Hin- und Hertransportieren – ist nicht zu unterschätzen. Ich frage mich ernsthaft, ob ich in dieser Form noch einmal teilnehmen möchte, denn die Logistik ist enorm. Vielleicht werde ich mich das nächste Mal auf ein kleineres Diorama, etwa nur eine Boxengasse, beschränken.

Es wäre auch eine Überlegung, einfach die Module, die wir aktuell für unsere kleine Stadt im Weinkeller entwickeln, vor dem Einbau in die Stadt einmal auf der aktuellen Klemmbaustein-Tour auszustellen. So gäbe es auch noch einmal Feedback für uns von anderen MOCern und Städtebauern und wir hätten nicht den Aufwand, etwas Eigenes für die Ausstellung zu bauen und bis zur Ausstellung zwischenzulagern.

Trotzdem überwiegt das Positive. Es war großartig, gemeinsam mit meiner Tochter etwas auf die Beine zu stellen und andere Baumeisterinnen und Baumeister kennenzulernen. Der Verein Der helfende Stein hat wieder eine liebevolle und kreative Veranstaltung organisiert.